Foto: Stadt Augsburg

Neues 

Siebentisch-Ensemble

hält Erinnerung wach.

 

 

Das Augsburger Naherholungsgebiet Siebentischwald hat eine prägende Attraktion zurück. Die sieben Tische, die im 19. Jahrhundert einer Ausflugsgaststätte ihren Namen gaben, stehen neu gefertigt wieder an ihrem angestammten Platz: dem Rastplatz bei den sieben Tischen am Stempflesee. Zudem ziert eine frisch gepflanzte Winterlinde als Baum des Jahres 2016 das Areal, das zum Wald- und Naturerlebnispfad Siebentischwald gehört.

 

„Als Naherholungsgebiet hat der Siebentischwald eine lange Tradition für die Augsburger Bevölkerung. Mit den wieder aufgestellten sieben Tischen und Bänken haben wir nicht nur einen Ort zum Verweilen geschaffen. Vielmehr trägt die Stadt auch dazu bei, dass Geschichte erlebbar bleibt“, so Bürgermeisterin Eva Weber, in deren Zuständigkeit als Finanz- und Wirtschaftsreferentin auch die Forsten fallen.

 

Zur Geschichte der Sieben Tische

Die Geschichte der sieben Tische reicht ins Jahr 1602 zurück. Damals erwarb die Freie Reichsstadt Augsburg die 280 Hektar große so genannte Bischofsau zur Sicherung der Wasserläufe und zur Holzbeschaffung. Auf einer großen Waldlichtung – heute nahe der Einmündung der Siebentischstraße in die Ilsungstraße östlich des Stempflesees - wurde der städtische Holzwart angesiedelt. Ihm wurde erlaubt, an sieben Tischen Gäste zu bewirten. Es war die Geburtsstunde eines beliebten Ausflugsziels.

 

1908 beauftragte die Stadt den Neubau einer Gastwirtschaft, zu der viel Freigelände mit Tischen und Bänken sowie Spielplätze gehörten. Beim Bombenangriff 1944 wurde das Ensemble zerstört, seine Überreste nach dem Krieg beseitigt und das Areal bepflanzt. Noch heute sind im Wald Teile des Fundamentes der Siebentisch-Gastwirtschaft zu sehen, während einige alte Kastanienbäume vom dazugehörenden Biergarten zeugen.

 

Zur Erinnerung an den prägnanten Ort ließ die Augsburger Forstverwaltung 2005 sieben Tische mit Bänken aufstellen, die von Lehrlingen der Berufsschule IV angefertigt wurden. Außerdem installierten die Stadtwerke Augsburg einen Trinkwasserbrunnen. Zehn Jahre später wurden die marode gewordenen Bank-Tisch-Kombinationen mutwillig zerstört. Danach bauten Waldarbeiter des Reviers Siebenbrunn die Reste ab.

 

Für die aktuelle Sieben-Tische-Bänke-Generation hat die Augsburger Forstverwaltung jetzt Lärchenholz als dauerhafte und witterungsbeständige Holzart gewählt. Die sind in Zusammenarbeit mit der Berufsschule IV, Auszubildenden der Forstwirtschaft und Mitarbeitern der Forstverwaltung entstanden.

 

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© Ich mag Augsburg - Michael Ortner 01.01.2017