Rund um die Augsburger Altstadt

 

Auf grünen Pfaden

Kanälen, Wassertürmen und Co. auf der Spur

 

Eine Entdeckungstour durch Augsburg.

(Quelle der Texte und Erläuterungen: www.wasserleben-augsburg.de 

Fotos: Michael Ortner  (Ich mag Augsburg)

Tipp: Besorgt euch die tolle informative Broschüre vom Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg e.V. z.B. bei der Bürgerinformation am Rathausplatz und im Botanischen Garten oder ladet sie direkt von der Homepage herunter.

 

 

Strecke: ca. 3,5 km mit 9 Stationen

Dauer:    zu Fuß 1,5 - 2 Stunden

Der Startpunkt dieser  Tour liegt mitten in der Stadt auf dem Rathausplatz und ist gut zu Fuß oder mit der Straßenbahn zu erreichen.

 

Station 1: Augustusbrunnen am Rathausplatz

Der Augustusbrunnen ist einer der drei Prachtbrunnen, die Ausdruck der frühen eigenen Trinkwasserversorgung waren.

Die vier Figuren unterhalb des Augustus, des Stadtgründers, symbolisieren die vier wichtigsten Flüsse der Augsburger, dargestellt durch die vier Flussgötter:

  • Lech mit Fichtenkranz, Ruder und Wolfsfell
  • Brunnenbach mit Füllhorn, Kanne und Früchten
  • Wertach mit Fischnetz
  • Singold mit Mühlrad und Ähre

Die Figuren weisen jeweils durch ihre Beigaben auf die Eigenschaften und Nutzung der jeweiligen Flüsse hin.

Ein Straßenschild zwischen Rathaus und Perlachturm erinnert an den ehemaligen Fischmarkt. Vor Flussbegradigung und Staustufenbau an Lech und Wertach gab es Fische wie Huchen, Nasen und Barben.

Sie hatten eine wichtige Bedeutung für die Ernährung der Bevölkerung. Gegessen wurden auch Krebse, Frösche und Schnecken. Verkauft wurde vor allem freitags und nur an Männer.

Station 2: Stadtmetzg

Über die Eiserne Treppe am Rathaus geht es hinunter zum Elias-Holl-Platz. Wir halten uns links und treffen auf die Barfüßerstraße und rechts weiter zur Stadtmetzg.

Der Baumeister Elias Holl nutzte beim Bau der Stadtmetzg, des Schlachthofs, die Kraft des Wassers. Er ließ einen Lechkanal zum Kühlen des Fleisches und zum Abtransport der Abfälle unter dem Gebäude anlegen.

Station 3: Steg am Brechthaus

Über den Kapitelhof (ein altes Wirtschaftsgebäude des Doms, welches heute als sanierte Wohnanlage Wohnraum in der Altstadt bietet) gelangen wir zum malerischen Steg über die Leche.

Hier erinnert alles etwas an Venedig. 

Hier am Brechthaus werden Mittlerer und Hinterer Lech zum Stadtbach. Kurz vorher ist der Vordere Lech bereits in den Mittleren Lech gemündet. Im Rahmen der Altstadtsanierung der letzten fast 40 Jahre wurden die Kanäle freigelegt, nachdem sie lange Zeit verdeckt unter Betonplatten verliefen.

Heute tragen sie zu einer Verbesserung des trockenen Stadtklimas bei, sind Lebensraum für Pflanzen und Tiere und sorgen für eine angenehme Atmosphäre in der Altstadt.

Station 4: Das Liliom - Kino und Restaurant

Weiter geht es über den Leonhardsberg entlang des Mittleren Grabens. Wir folgen dem kleinen Fußweg und erreichen über eine romantische steinerne Brücke das Liliom. 

Früher war es das ehemalige Pumpwerk eines Wasserturms, heute befindet sich dort ein wunderschönes Kino und ein Restaurant mit einem gemütlichen, kleinen alten Biergarten direkt am Wasser. 

Eine Besonderheit stellt die Wasserkreuzung dar, die ihr oberhalb vom Fußweg von der Brücke aus sehen könnt. Hier wird der Stadtgraben über den Stadtbach hinweg geleitet. Der Graben fließt unter dem Kino hindurch. Im Eingangsbereich kann man das Gefälle des Stadtgrabens durch eine Glasscheibe erleben.

Wenn man nachts aus dem Kino der Restaurant kommt, kann man Fledermäuse an dem beleuchteten Stadtgraben beim Jagen beobachten.

Station 5 + 6: Biberburg und Kahnfahrt/Obletterwall

Wir begleiten den Stadtgraben, bis wir zur Biberburg kommen (Bilder folgen noch).

Der Untere Graben ist Teil des innerstädtischen Grüngürtels. Heute hat sich eine Biberfamilie hier angesiedelt und ihre Burg gebaut. Deutlich kann man die Nagespuren der Tiere an den Bäumen erkennen. Hier am unteren Graben können wir Gebirgsstelze, Zaunkönig und Gänsesänger regelmässig beobachten. 

Über einen Düker (eine unterirdische Rohrleitung) fließt das Wasser des Äußeren Stadtgrabens unter dem Stadtbach hindurch in den Unteren Graben. Die Pumpstation am Auslauf ermöglicht dem Kommunalen Heizkraftwerk Wasser aus dem Stadtgraben zu entnehmen.

Über die Bert-Brecht-Straße geht es immer entlang der Kahnfahrt. Es ist der ehemalige Stadtgraben, der heute diese Bezeichnung trägt. Die Kahnfahrt ist, anders als die schnellfließenden Kanäle ein fast stehendes Gewässer. Auf der Wasseroberfläche tummeln sich Stockenten. Man kann Karpfen an der Oberfläche beobachten. Auch Biber und gelegentlich sogar Eisvögel nutzen das alte Gewässer als Heimat. Hier steht ein Restaurant, von dem man aus mit kleinen Booten Besucher den alten Graben befahren können. Die Kahnfahrt ist ein Ort der Ruhe und Erholung und ermöglicht es, die Stadt vom Wasser aus zu erleben.

Im 19. Jahrhundert wurde an dieser Stelle vom Augsburger Baumeister und Architekt Karl Albert Gollwitzer ein Ausbau zu einem großen Lech-Donau-Hafen geplant. Diese Idee hat sich aber nie durchgesetzt (zum Glück?) 

Station 7: Steg am Fünffingerlesturm

An der Kahnfahrt vorbei haben wir immer wieder einen herrlichen Ausblick auf den Stadtgraben und gelangen zum ehemaligen St. Jakobs-Wasserturm am Gänsbühl.  In diesem Bereich ist das Wasser stark dunkel und grünlich. Das kommt von den vielen Stockenten, die hier ihre Heimat haben. Durch das Füttern dieser Enten gelangen Nährstoffe ins Wasser, deswegen auch diese grünliche Farbe.

Wie aus einem Märchen taucht auf einmal der Fünffingerlesturm auf.

Station 8: Am Jakoberwall

Weiter geht es bis zum Jakobertor. Wir überqueren die Straße und gelangen in die ehemalige Wallanlage. Hier ist der Stadtgraben wieder ein klarer und schnell fließender Bach und zahlreiche Uferpflanzen säumen ihn. Im Frühjahr blühen hier gelbe Sumpfdotterblumen und etwas später Sumpf-Schwertlilien. Den sommerlichen Blühaspekt prägt das Mädesüß. Dessen Name geht auf den süßlichen Geruch der Blüten zurück. Auch Wasserdost, Blutweiderich, Kohldistel und Wolfstrapp wachsen hier. Direkt unterhalb des Jakoberwalls (Sitz der Historischen Bürgergilde Augsburg) gibt es zwei schöne Ruhebänke mit einem kleinen Sandkasten für Kinder und eine wirklich lange Rutsche, die richtig schnell ist. 

Station 9: Stadtgraben an der City-Galerie

Wir erreichen nun das Vogeltor an der City-Galerie. Hier könnt ihr mitten in der Stadt ein Stück Wildnis am Stadtgraben erleben. In diesem Bereich findet ihr Uferpflanzen, besonders die Pestwurz mit ihren riesigen Blättern. Dieser grüne Ort vermittelt den Eindruck, an einem Wildbach zu sein. Hier seid ihr ans Ende des kleinen Ausflugs angelangt. Auf dem Weg zurück durch die Altstadt zum Rathausplatz könnt ihr noch einmal das besondere Flair der Kanäle genießen.

Kommentare

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  • Manuela Lehmann (Donnerstag, 25. August 2016 06:57)

    Ach wir haben doch eine schöne Stadt.... ich hoffe auch bald wieder einen sanierten Perlach und unsere Perle Rathaus erstrahlt wieder. Es wäre auch mal schön, wenn die Stadt die Stadttore säubern und
    sanieren würde. ich glaube leider nicht mehr daran, dass ich es erlebe (Anfang 50) Grüße M. Lehmann

  • Elisabeth (Donnerstag, 25. August 2016 00:53)

    Sehr interesant.der Bericht hat mir gefallen und ich habe etwas gelernt.im nächsten Monat werde ich mich an meiner Heimatstadt erfreuen. Danke fürs teilen

  • Christa Knauer (Sonntag, 15. Mai 2016 23:01)

    Danke für den schönen Rundgang - werde ich Anfang September machen 👍 Bin zum Festival Mozart@Augsburg vor Ort.

  • Michael Rados (Sonntag, 15. Mai 2016 22:37)

    ...............
    Vielen dank fuer die schoenen Bilder wieauch die Beschreibung. Ich war in Augsburg geboren aber lebe schon lange in den Staten. Es freut mich immer was zu hoeren von meiner Heimat Stadt.

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© Ich mag Augsburg - Michael Ortner 01.01.2017