Foto: Michael Ortner

 

Die Augsburger Märchenstraße - eine Tradition die bereits 1968 ihren Anfang nahm…

 

…doch ohne die engagierte Fortführung im Jahr 2008 durch die Regio Augsburg Tourismus GmbH und mit der Hilfe zahlreicher weiterer Unterstützer längst wieder in Vergessenheit geraten wäre.

 

Das Traditionsprojekt „Augsburger Märchenstraße“, so wie es in der heutigen Form zu sehen ist, feiert dieses Jahr 10 jähriges Jubiläum.

 

Wagen wir an dieser Stelle einen kleinen nostalgischen Rückblick in das Jahr 1968 als alles begann. In einem kurzen Gespräch hat uns Bernd Nill verraten, dass der damalige Verkaufsleiter (Manfred Witzel) des renommierten Augsburger Mode- u. Warenhauses „Kröll & Nill“ fasziniert das Gesehen vor einem Münchner Kaufhaus verfolgt hatte, in dem eine Märchenwelt aus beweglichen Steifftieren präsentiert wurde. Wahre Menschenmassen drängelten sich vor diesem liebevoll gestalten Schaufenster.

So gelangte dieser innovative Ideenansatz nach Augsburg, denn auch „Kröll & Nill“ suchte nach neuen Formen der Kundenbindung, losgelöst vom reinen Warenangebot.

 

Um etwas Besinnlichkeit in den Stress des vorweihnachtlichen Geschenkeeinkaufs zu transportieren, wurden in den ersten Jahren noch unbeweglich Märchenfiguren zwischen die reguläre Warendekoration drapiert. Später dann wurde die Idee der Märchenfenster aufwendig umgesetzt und etliche der 20 Schaufenster wurden für die weihnachtlichen Märchenbilder reserviert. Die ersten Märchenkästen mit beweglichen Figuren schuf der Augsburger Kunstmaler u. Surrealist Otto Geis. Später übernahm dies der Kröll & Nill Dekorateur (Herbert Fleschutz). Von nun an drückten sich „Groß und Klein“, ja manchmal ganze Kindergartengruppen die Nasen an den weihnachtlichen Schaufenstern von „Kröll & Nill“ platt.

Auch damals schon waren die Märchenfenster, welche jedes Jahr eine andere Geschichte erzählten, sehr kostenintensiv. Die Umsetzung eines Märchens kostete jedes Jahr rund DM 35.000,-.

 

Als das Traditionskaufhaus im Jahr 2001 seine Türen für immer schloss, fehlte in der Augsburger Innenstadt nun auch ein Stück, über Generationen hinweg, liebgewordene Weihnachtstradition.

 

Sieben Jahre lang mussten die Augsburger auf Ihre Märchenfenster verzichten. In dieser Zeit arbeitete Tourismusdirektor Götz Beck intensiv daran, die Augsburger Innenstadt zur Vorweihnachtszeit noch attraktiver zu gestalten. Viele Ideen wurden geboren und wieder verworfen, bis man sich darauf besann, etwas wieder aufleben zu lassen, was sich schon einmal bewährt hatte und noch immer schmerzlich vermisst wurde.

Tourismusdirektor Götz Beck und Ullrich Styra, der ehemalige Schauwerbeleiter von Kröll & Nill, setzen sich zusammen und ersannen ein Konzept.

Die Präsentation sollte sich nicht mehr nur auf ein einziges Kaufhaus beschränken, vielmehr sollten die beweglichen Märchenbilder über mehrere Geschäfte verteilt werden. Die Lösungsantworten eines Kinderpreisrätsels sollten in den Texten der Märchenfenster zu finden sein. So sollte sich automatisch ein Bummel durch die Innenstadt ergeben. Das Marktamt der Stadt Augsburg und die City Initiative waren als Partner schnell von der Idee überzeugt. Finanzielle Unterstützer konnten gefunden und mehrere Geschäfte als sogenannte Fensterpartner gewonnen werden.

Auch jetzt ist es nur dank dieser Unterstützer möglich, dass diese liebgewordene Tradition fortgeführt werden kann.

 

Bummelt man heute zur Vorweihnachtszeit durch die Augsburger Innenstadt, so hört man manch einen Erwachsenen zu seinem Sprössling sagen: „Schau mal, vor diesen Märchenfenstern stand auch ich schon als Kind“…

 

Das diesjährige Thema „Weihnachten bei Familie Bär … und anderen Tierfamilien“ (nach einem Buch von Kestutis Kasparavicius), wird in folgenden Fenstern zu sehen sein:

 

Bild 1 | Wöhrl, Moritzplatz / Kinderweihnachtsmarkt (Einführung in die Geschichte)

Bild 2 | Siller & Laar

Bild 3 | Kreissparkasse, Annastraße

Bild 4 | Maximilianmuseum

Bild 5 | Thalia Buchhandlung

Bild 6 | Eingang Bürgerinformation, Verwaltungsgebäude, Rathausplatz

Bild 7 | Stadtsparkasse (Neubau) Maximilianstraße

Bild 8 | AZ-Ticketcenter, Maximilianstraße

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© Ich mag Augsburg - Michael Ortner 01.01.2017